Aktuelles
1. Juni 2020: Wort des Monats Juni – Grüne
bis in die wende des 18./19. jhs. noch gebräuchlich, tritt es später mehr in die poetische sprache zurück und erliegt der concurrenz der neutra das grün, das grüne
Die Grüne ist ein besonderes Wort, weil darin etwas mitschwingt, das in „das Grün“ verloren scheint: die Nuance, das Changieren, die Veränderung, das Wachsen. Die Grüne, das sind die im Saft stehenden Pflanzen mit ihren diesem Zustand eigenen grünlichen Farbtönen, freilich je nach Pflanze ganz verschieden. Sie ist aber auch die Frische vor der Reife, die Frische im Gegensatz zum Verdorren und Verwelken. Und schließlich umfasst sie alles, was grün ist und vor unseren Augen sprießt, den Erdboden bedeckend und bis hinauf in die lichtdurchwirkten Baumkronen. Unfassbar vieler Worte würde es bedürfen, den Reichtum der Grüne zu beschreiben, den wir jetzt sehen und an dem wir uns zum Glück nicht satt sehen können.
1. Mai 2020: Wort des Monats Mai – zweifel
das adj. zweifel ist wahrscheinlich älter als das subst. 
Heute würden wir nicht „etwas ist zweifel“ sagen, sondern „etwas ist zweifelhaft“. Der Zweifel und zweifelhaft haben zweifel abgelöst. Doch in der Sache ist zuerst und immer noch eine schillernde Doppelbödigkeit: Zweifel, zweifel und zweifelhaft bedeuten in der Wurzel ‚einen gespaltenen, zweigeteilten Sinn habend‘. Das alte Adjektiv und die bis heute geltende Bedeutung kann man nun dem Sinn einer Sache ebenso zuschreiben wie dem menschlichen Sinn, unserem Denken. Und vielleicht kommt daher überhaupt der Zweifel: von der Möglichkeit, Dinge aus zwei Seiten zu betrachten. Damit ändert sich die Einstellung zu ihnen und zugleich ändern sich die Dinge selbst. Solange wie man nicht von einer gültigen, unzweifelhaften Wahrheit ausgeht. Von der wir heute nur allzu selten ausgehen, wir zweifelhaften Zweifler.
1. April 2020: Wort des Monats April – ergattern 
durchs gatter, gitter ersehen, erreichen 
Wer ein Haus nicht betreten durfte, unerwünscht war, dem wurde nach altdeutschem Brauch das Nötige durch das Gatter gereicht. Gatter, das ist nicht Tür noch Tor. Gatter ist ein aus Stäben oder Latten hergestellter Verschluss durch den man hindurch sehen und greifen kann. Tür und Tor hingegen sind fest gefügt, lückenlos. Vielleicht ist unser Ergattern näher am aus Stäben oder Latten locker gefügten Ding als wir denken: Der handelsübliche Einkaufswagen ist so gefügt. Ihn vor Augen und vor dem Bauch herschiebend, ergattern wir unsere Beute. Da liegt sie dann, sicher in ihrem Gatter vor dem Zugriff unerwünschter Hände, die ihrerseits nach dem Nötigen greifen möchten.
23. März 2020: Wir sind da, auch in diesen Zeiten
Die jetzige Situation ist ungewohnt und für viele fühlt sie sich bedrohlich an. Wie die deutsche Wirtschaft aushalten wird, ist fraglich und wir stellen uns diese Frage genauso, denn es ist klar: In solchen Zeiten ist das Budget für Kommunikation meist als eines der ersten auf der roten Liste. Dabei gilt: Ungewohnte Zeiten erfordern ungewohnte Maßnahmen. Kommunikation ist jetzt eines der ganz wenigen Mittel, mit denen wir, Menschen wie Unternehmen, ein Zeichen geben können. "Wir sind da!" oder auch #wirsindda. Wir denken uns gern eine diesen Zeiten angemessene Kommunikation für Sie aus. Und vielleicht nutzen Sie die Chance des gegenwärtigen Stillstands, Kommunikation grundsätzlicher anzugehen, zu überdenken, vor zu denken. Auch dafür sind wir da, sind erreichbar.
Bleiben Sie gesund!
1. März 2020: Wort des Monats März – listig
kunstreich, klug, weise
Listig und tückisch sind in unserer Sprache, in der von uns gemeinten Bedeutung unzertrennlich.  Das war nicht immer so. Denn listig von List ist um Grunde eine Kunstfertigkeit, eine besondere Kenntnis. Ja, auch ein Forschungsgegenstand, an dem man sich perfektioniert wenngleich nie auslernt. Ein listiger Mensch ist ein kunstreicher, geschickter, ein kluger Mensch. Und so ging es in der früheren Bedeutung seinen Weg zur Tücke: Nur wer kunstfertig ist, kann in seiner Schlauheit andere täuschen. Darin liegt regelrecht eine Eleganz, ein bewusstes Spiel, ein Trompe-l’Œil im echten Leben. Ganz anders als die List, die wir als plump empfinden und die manchmal „bauernschlau“ heißt. Nun, wenn wir schon listig sind, dann doch wenigstens mit einer gewissen kunstfertigen Raffinesse. Nicht nur um des alten Wortsinns willen.
1. Februar 2020: Wort des Monats Februar – Engel
ein durch das christenthum in alle neueren sprachen überführtes wort, weil für den himmlischen boten und geist kein heimischer Ausdruck geeignet schien
Der Engel ist in den meisten Sprachen unverändert zu finden. Nachvollziehbar: Wie sollte sich für etwas Göttliches schon vorab ein Name in der irdischen Alltagssprache finden? So hat der Glaube das Wort, scheint es, den Menschen gegeben. Doch nicht ganz. Denn es gibt eine heidnische Entsprechung, den Elb bzw. Elf. Guten oder bösen Geistes konnte der sein. Ebenso wie von Engeln des Lichts und Engeln der Dunkelheit gesprochen wird. nach einer tiefgreifenden vorstellung des althertums ist jedem menschen ein engel beigegeben, der über ihn wacht und ihn geleitet. Nach dieser Vorstellung hat der Mensch einen unglaublichen Handlungsspielraum: den Rat des – guten oder bösen – eigenen Engels befolgen, oder sich von ihm abwenden. Anstatt es dem Sprichwort zu überlassen: Jung ein Engel, alt ein Teufel.
1. Januar 2020: Wort des Monats Januar – Ton
das geräusch und der schall im allgemeinen
Das Wörtchen, so kurz es ist, vereint zwei weit auseinander strebende Wirkungen derselben Sache: das Wohltönende und das Misstönende. Musik und Gesang gehören im besten Fall zur ersten Richtung. Harmonisch, melodiös, belebend, lockend und vieles mehr können gute Töne sein. Der gesprochenen Sprache stehen beide Wirkungen offen und setzen sich aus vielen Tönen zusammen: den Lauten der Silben und Worte, der Aussprache, aus dem Timbre der Stimme, aus Tonhöhen, Betonung, Stimmlage und nicht zuletzt aus der Laune und Lautstärke der Sprechenden. Von dumpf über rau bis hell klingend ist alles möglich. Früher begriff man Wörter vor allem und zuerst als Töne, insbesondere in der geistlichen Poesie. Wenn man bedenkt, dass der Ton unsere Gefühlswelt viel schneller erreicht als der Inhalt, liegt das auf der Hand. Wie gut, dass unsere Ohren noch immer schneller sind als unser Verstand. Für sie gibt es kein „rein akustisches Phänomen“, es gibt zuerst den guten oder schlechten Ton.​​​​​​​​​​​​​​
31. Dezember 2019: Ende des Blogs, Anfang des Engagements
Wir haben unseren redenundhandeln.blog aufgegeben. Das heißt, wir schreiben nicht mehr über das vielfältige gemeinnützige Engagement in Deutschland, den sogenannten dritten Sektor. Wir finden zwar nach wie vor, dass das Thema mehr Stimmen verdient. Aber selbst machen erscheint uns trotzdem noch besser und berichten können ja auch andere. Was machen wir mit der gewonnenen Zeit? Wir haben uns vorgenommen, zwei Mal pro Jahr ein gemeinnütziges Projekt mit unseren kommunikativen Fähigkeiten zu unterstützen. Den Anfang machten wir im Herbst 2019. Bei der schönen Plattform youvo.org mit einem Filmprojekt. Das Ergebnis ist hier schon zu sehen, als Konzept. Und aus der kleinen Idee wird hoffentlich bald ein großer Film. Denn Poki Königshof und seine Königskinder haben es verdient.
Sprechen Sie uns auf unsere Projekte an. Wir erzählen Ihnen gern mehr davon.
Hanno Brahms | 0170 5420664 |  hannobrahms(at)bei-brahms.de
Clara Brahms | 0175 5011549 |  clarabrahms(at)bei-brahms.de 

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